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Scenes for Life
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SFl_Peter Freitag
SFL_PeterFreitag[Finissage]
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wiesbadener Kurier

Vom 27.03.2007
Schöner, grösser, bunter


studio 01: Peter Freitag zeigt "Scenes for life"

ub. WIESBADEN "Kaum jemand käme heute noch auf den Gedanken, Fotografie sei ein Medium, das Authentizität verbürge", so Stefanie Heckmann über Peter Freitag. Eben jenem widmet die "Galerie Studio 01" derzeit eine Einzelausstellung. Nach den Werkproben, die bereits im letzten Herbst in den Räumen in der Herderstraße zu sehen waren, jetzt also eine neue Variante der "Scenes for Life".

Analog zur immer giganteskeren Werbewelt, welcher der Künstler seine Bildvorlagen entlehnt, werden auch dessen eigene Arbeiten immer schöner, größer und bunter. Freitag analysiert die Szenen modernen Lebens als Verführung zum Konsum, indem er die versteckten Mechanismen der Werbe-Inszenierungen grandios visualisiert. Werbung verbindet bekanntlich den Menschen, hier den Werbeträger, und das Artefakt, hier das potentielle Konsumobjekt, zu einer emotionalen Einheit. Die Bildmontagen des Peter Freitag lösen diese Liaison auf. Akteure werden aus Warenhauskatalogen herausgeschnitten und auf Plexiglasscheiben fixiert, deren abfotografierte Kombination zu einem neuen zwischenmenschlichen Aufeinanderbezogensein im nun entkonkretisierten Raum führt. Dabei bleibt, anders als bei den verwendeten Bildvorlagen, das Collageverfahren als optische Spur erhalten. Den emotionalen Erlebniswert dieser Beziehungsschau mindert dieser Verfremdungseffekt nicht im Geringsten - gerade das Offensichtliche der Inszenierung verbürgt eine neue, eine nun inhaltliche Authentizität.

bis 19.4., Herderstr. 11, do., 17-19, sa., 15-17

von Ulrike Brandenburg


Vita

*1972 geboren in Ochsenfurt

1994 - 1999 Kunststudium an der HdK-Berlin
1998 Studium an der University of Illinois at Chicago/School of Art and Design
2001 heiratet Freitag seine Eva in der Graceland Wedding Chapel, Las Vegas

Peter Feitag lebt und arbeitet in Berlin.



Einzelausstellungen:

2007 „Scenes for Life”; Galerie studio_01; Wiesbaden
2005 „private stages”; Gallery 44 - Projectroom; Toronto
2005 „Deutschlandbilder - ebays” mit Jane Rosenlind;´ Fototage Wiesbaden´ Galerie studio_01; Wiesbaden
2005 „Willkommen Zuhause!“ mit Gert Bendel; Kunstverein Schwäbisch Hall; Schwäbisch Hall
2003 „examples for communication“; Gallery TPW; Toronto
2000 „Kommunikationsbeispiele“; Galerie Stellwerk; Kassel
2000 „examples for communication“; clementine gallery; New York
1999 graficon/Galerie Kupser; Ansbach
1997 „(80+4)x(90+4)“; Kuglerhaus; Uffenheim

Gruppenausstellungen:

2007 „>stage“; Galerie studio_01; Wiesbaden
2006 „CubeIn 06“; Galerie studio_01; Wiesbaden
2006 „Factitious“; Pierogi Leipzig; Leipzig
2006 „im flug“; Shedhalle Tübingen, Tübingen
2006 „Selbstsicht – Der Schritt ins Bild“; Darmstädter Tage
der Fotografie; Kunsthalle Darmstadt
2006 „Heyday“; Artspeak; Vancouver
2005 „Photorama 2005“; Gallery TPW; Toronto
2005 „Tombola“; Fridericianum; Kunstverein Kassel
2005 „CubeIn“; Galerie studio_01; Wiesbaden
2005 „bilder|glauben – meeting identitiesIV”; Galerie Nord - Kunst verein Tiergarten; Berlin
2005 „evolutionäre zellen 2004“; NGBK; Berlin
2004 „evolutionäre zellen 2004“; Karl-Ernst Osthaus Museum Hagen
2004 „Pierogi A-Go-Go!”; Pierogi2000; New York
2004 „Snap To Grid”; LACDA - Los Angeles Center for Digital Arts; Los Angeles
2004 „magistrale04”; TSP Ladengalerie; Berlin
2003 „Der große Ausdruck“; KMZA; Berlin und Städtische Galerie; Bremen
2002 „Interieur – Der schöne Schein“; KMZA; Berlin
2001 Fotogalerie Wien; Wien
2001 „(n)irgendwo“; Villa Spengelin; Kunstverein Lindau; Lindau
2001 „changing places“; Fridericianum; Kunstverein Kassel
1998 „Schaustelle HdK 3“; Galerie Michael Schultz; Berlin
1998 „tatort kunst“; Neue Galerie; HdK-Berlin
1997 „Rückspiel“; Kablys/Vilnius (Litauen)


Peter Freitag

beschäftigt sich mit der Bildsprache unserer Zeit und versucht den Wirklichkeiten dahinter auf die Spur zu kommen. Seine Bildwelten generiert Peter Freitag aus dem Bereich der Print- und elektronischen Medien, vornehmlich aus Werbekatalogen und dem Internet. Vorgefundene Bildinformationen werden auf wesentliche Elemente und Figurenkonstellationen reduziert. Collage bzw. Decollage sind dabei die bevorzugte Technik.

Peter Freitag hat als Regisseur seiner Figuren die Fäden in der Hand, wenn er seine Bilder mit Schere, Tesafilm und Taschenlampe „malt“. Er befreit seine Protagonisten aus ihrem zweckgebundenen Kontext als Werbefiguren und lässt sie nun Episoden mit grundlegend menschlichen Regungen aufführen. Es entstehen scheinbar bekannte, teilweise seltsam anmutende Interaktionen.
Bei den „Scenes for Life“ sind seine Protagonisten vor wiederkehrender Kulisse in neue Verhältnisse gerückt, wenn auch bisweilen als Schattenwesen nur andeutungsweise erkennbar. Das Panorama-ähnliche Format erinnert an das Geschehen auf Kinoleinwänden und sorgt formal für eine starke Dramatik. Bei der Komposition entstehende Arbeitsspuren wie Kratzer und Lichtreflexe belässt der Künstler auch in der Ausbelichtung seiner Bilder. Dadurch entsteht einerseits eine virtuelle Haptik auf der Oberfläche, andererseits bleibt die Herkunft des Bildmaterials sichtbar und die ambivalente Wirklichkeit in den Bildern erkennbar. Rasterung und deutliche Pixelhaftigkeit zeugen zudem von der jeweiligen Herkunft.

Fast einem Profiler gleich seziert er, setzt Bildteile neu zusammen und bietet uns in Bildern, die eigentlich im traditionellen Sujet des Stillebens bzw. Interieurs erscheinen, Charakterstudien von Menschen, von denen wir ansonsten nur den Username kennen. Bei den „ebays“ ergibt sich aus diesem Username, der gleichzeitig auch der Titel der Bilder ist, und dem Arrangement von allerlei feil gebotenen Hab und Gut ein bizarrer Blick auf die Vielfalt menschlicher Vorlieben. Es bleibt wiederum unseren Vorstellungen überlassen, welches „Personal“ wir dahinter vermuten mögen.

In den „private stages“ kommt es zum Wechselspiel zwischen Kulisse und Pin Up-Mädchen im Vordergrund. Aus dem Hintergrund eines Bildes werden Punkte ausgestanzt und über das Model geklebt. Es entsteht ein Vexierbild: Das Interieur tritt vor das Portrait und camoufliert die Pose, ohne dass die Mädchen ganz verschwinden.

Arbeiten von Peter Freitag sind im Kleinformat bis hin zu großformatigen Arbeiten als Unikat oder in kleineren Auflagen (3-5) zu erwerben. Der Katalog Peter Freitag bietet mit zahlreichen Farbabbildungen und einem präzisen Text von Stefanie Heckmann einen Überblick zu allen wichtigen Werkgruppen; fest eingebunden, 15 Euro

. Peter Freitag lebt und arbeitet in Berlin. Seit 1998 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Weitere Informationen auch unter www.peterfreitag.de

         
                     
> Scenes for Life  
Ausstellungen 2006  
 
Ausstellungsdauer: 10.03. - 21.04.2007
Vernissage | Freitag 09. März 2007 |  ab 19h
Finissage | Samstag, 21. April 2007 | ab 17h

Öffnungszeiten | do. 17-19h | sa. 15-17h | und nach Vereinbarung
> Die Ausstellung ist auch im Rahmen der Kurzen Nacht der Galerien und Museen in Wiesbaden
am Samstag, dem 31.03. von 17-23 Uhr geöffnet.
Weitere Infos zur ´ Kurzen Nacht´ erhalten sie
> [hier]